Nieder mit den Hausaufgaben!

…so titelt ein aktueller Artikel in spiegel online. Denn in Spanien haben Familien der „Hausaufgaben-Flut“ den Krieg erklärt und wollen nun streiken. Ziel der Kampagne sei die gänzliche Abschaffung der Hausaufgaben. Begründung: Unter dem zunehmenden Hausaufgaben-Volumen leide das Familienleben auch an den Wochenenden. Kinder hätten nur noch selten Zeit zum Spielen. Somit werde in Spanien Artikel 31 der UN-Kinderrechts-Konvention verletzt, wonach Kinder Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel haben, hieß es.

Das haben die Kinder in Deutschland auch. Ein Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel. Doch für mich gibt es auch andere Gründe die gegen Hausaufgaben sprechen:

  • Sind die Hausaufgaben nicht dem Lernstand des Kindes individuell angepasst und deshalb zu schwer, sitzen Sie als Eltern mit ihren Kindern nachmittags unangebracht lange daran. Das Kind vertieft nicht den Lernstoff des Vormittags, sondern bekommt wieder das Gefühl der Unzulänglichkeit. Die Stimmung zu Hause ist dann meist gereizt und negativ belastet.
  • Hat das Kind den Lernstoff morgens verstanden, dann reicht das meistens aus, eine Wiederholung nachmittags ist dann nicht wirklich nötig.
  • War der Lernstoff jedoch in der Schule schon nicht verstanden, dann wird die Hausaufgabe dieses Verständnis nicht wirklich fördern. Die wiederholte Problemstellung belastst und frustet das Kind unnötig. Es wäre eigentlich Aufgabe der Schule hier nochmal anzusetzen und dem Kind ein Verstehen zu ermöglichen; das geht jedoch nicht über Hausaufgaben!
  • Und zu guter Letzt am Beispiel Mathehausaufgaben: Was nützt es, wenn ein Kind zählend rechnet, nicht weiterkommt und bei jeder Aufgabe zu lange braucht? Was genau sollen dann Hausaufgaben bezwecken?

Meine Rechen – Hausaufgabentipps:

  1. Sind die Aufgaben zu schwer und nicht dem Lernstand des Kindes angepasst (kann es die Aufgaben nicht alleine lösen), suchen Sie leichtere Aufgaben aus dem Heft und lassen Sie Ihr Kind diese Aufgaben lösen. ODER: Sie machen 10 min. Kopfrechnen mit Aufgaben die es schon kann und lassen die schriftlichen Hausaufgaben ganz sein.
  2. Hausaufgaben sollten in der Regel nicht länger als 10-15 min. Zeit in Anspruch nehmen! Sind diese vorbei – einpacken lassen. Der Lehrerin diese Vorgehensweise bitte mitteilen, oder unter die nicht gelösten Aufgaben drunter schreiben.
  3. Bei zu schweren Aufgaben mit dem Kind den Lösungsweg besprechen und zwei bis drei Beispielaufgaben mit ihm rechnen. Geht das nur mit Mühe und ohne wirkliches Verständnis des Kindes – aufhören.
  4. Bei LehrerInnen die bezgl. der Hauaufgaben nicht mit sich reden lassen, können Sie die Ergebnisse dem Kind diktieren und danach (weil das ja schnell gegangen ist) noch Aufgaben üben, die gerade wichtig für das Kind sind (also die Aufgaben, wo es gerade im Rechnen lernen steht).
  5. Bitte suchen Sie bei Hausaufgabenkonflikten frühzeitig das Gespräch mit der Lehrkraft, es lässt sich eigentlich immer eine gute Lösung für alle finden!

Viel Erfolg!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

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