Stolperfalle Rechenbücher!

Im Mathematikunterricht der Grundschule gibt es viele Stolperfallen, die den Kindern das Rechnen  lernen unnötig erschweren. Sie verhindern eine Erarbeitung des Mengenverständnisses und drängen das Kind in eine Sackgasse! Hier entstehen bereits die ersten Lernblockaden durch das Antrainieren schlechter Lernstrategien. 

Mathe – Stolperfalle  Nr.3: Rechenbücher!

Diese kommen in der Schule und zum Teil auch zu Hause zur Anwendung und haben den Zweck das Rechnen lernen von Kindern zu unterstützen und zu begleiten.
Leider haben fast alle Rechenbücher, einen gravierenden Nachteil.
Sie wollen wissen welchen?
Nehmen wir Leon als Beispiel. Er hat noch kein Mengenverständnis aufgebaut und wird frisch in die erste Klasse eingeschult. Wenn Sie jetzt einen Blick in sein Mathebuch werfen könnten, so würden Ihnen sofort die vielen Abzählübungen auf den ersten Seiten auffallen. Leon soll Mengen einkreisen – die er natürlich abzählt, sie sollen die Zahlen zu dargestellten Mengen schreiben (die er natürlich auch abzählt) und sie sollen zu bestimmten Zahlen die passende Menge aufmalen. Auch das löst er wieder über das Zählen.
Bei allen weiteren mathematischen Themen greift Leon auf seine bisherige Strategie zurück, denn er weiß ja noch nicht, dass Mengen nicht als Reihe zu verstehen sind, sondern als Gesamtmengen, die sich in Teilmengen aufteilen lassen.  
Also zählt er Zerlegungsaufgaben aus (z.B. 8 Kinder, wie viele Jungs, wie viele Mädchen), er zählt bei Plusaufgaben weiter und bei Minusaufgaben rückwärts. Was tut er also die ganze Zeit? Das was er bereits sicher beherrscht: Zählen! Aber er rechnet nicht!

Sie erinnern sich? Zählen ist nicht Rechnen!

Wie Leon, so geht es vielen Kindern die ohne sicheres Mengenverständnis in die Schule kommen. Das, was sie dringend zum Verstehen von Mathematik brauchen, nämlich das Verständnis einer Menge als Teil eines  Ganzen (also 5 Bonbons kann man aufteilen, du 3, ich 2) lernen diese Kinder nicht von alleine, und schon gar nicht, indem sie das tun, was sie schon immer getan haben, nämlich  ABZÄHLEN!

Nun muss man fairerweise sagen, dass es schon auch viele Übungen in allen Mathebüchern gibt, die den Kindern Bilder als Hilfe anbieten (also z.B. 10 Perlen in einer Reihe: 5 rote und 5 blaue), welche verhindern sollen, dass alle Aufgaben ausgezählt werden.  Das Problem ist, dass – wird das Kind mit den Übungen alleingelassen – es natürlich rechnet, wie es die Aufgabe versteht: Nämlich als Zählaufforderung. Also versucht es, alle mathematischen Anforderungen eben über das Zählen zu bewältigen.

Mein Tipp:  
Schauen Sie sich die einzelnen Übungen im Mathebuch der Kinder gut an. Und haben Sie den Mut, reine Zählübungen auszulassen, oder Teile davon wegzustreichen. Und ganz wichtig: Lassen Sie nicht zu, dass permanent alle Aufgaben durch Zählen gelöst werden. Das Dazumalen (bei Plus) und Wegstreichen (bei Minus) von Bällen oder Punkten ist nämlich auch wieder nur eine Zählstrategie. Decken Sie diese Abbildungen ab und verwenden Sie zur Hilfestellung Würfelbilder bis 10.

BildArtikelbeschreibung AHinddArbeitshefte im Zahlenraum bis 10, mit denen die Kinder lernen, fehlerfrei zu rechen ohne zu zählen finden Sie hier:

Arbeitshefte Mathe Grundlagen

Viel Erfolg!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

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