Beim Lernen überfordert…

Wussten Sie, dass viele vom Gehirn aufgenommene Informationen nach wenigen Sekunden schon wieder verloren gehen? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Kinder bestimmte Dinge einfach nicht verstehen? Übrigens geht das nicht nur Kindern so! Wir Erwachsene kapieren auch schon lange nicht alles… Doch denken wir, dass diese einfachen Sachen in der Grundschule doch jedes Kind verstehen müsste!  Wieso eigentlich???

Wissenschaftlich belegt erreichen nur die Informationen das Kurzzeitgedächtnis, die das Gehirn mit gespeichertem Vorwissen verknüpfen kann. Das ist wirklich wichtig!

Mich interessierte vor einiger Zeit das Thema „Quantenphysik“, ich hab mir ein Buch gekauft und stellte schon nach den ersten 3 Seiten fest, dass ich wohl zu blöd für dieses Thema bin…und legte es weg. Logisch konnte ich das Buch nicht verstehen, erstens war es keine Einsteigerlektüre, zweitens hatte ich überhaupt keinen Bezug zu diesem Thema. Also probierte ich es mit einem Film über „Quantenphysik“, worin die ersten wichtigen Informationen leicht verständlich dargeboten wurden. Ich verstand. Und war motiviert. Jetzt bin ich in der Lage, das zuerst gekaufte Buch erneut zu lesen und wahrscheinlich kann ich es nun verstehen.

Stellen Sie sich ein feinmaschiges Netz vor. In den ersten Lebensjahren eines Kindes werden im Gehirn Synapsenverbindungen (Netz) ausgebildet – je mehr – je besser. Ein Lerninhalt kann nun durch die Maschen durchgehen oder aber daran andocken. Je feinmaschiger das Netz (also je besser die Verbindungen) desto größer die Wahrscheinlichkeit, das die Information „hängen“ bleibt.

Fazit: Kinder sollten beim Lernen immer auf ihrem Vorwissen aufbauen dürfen. Werden Lernanforderungen gestellt die nicht an gespeicherte Erfahrungen/Kenntnisse andocken können, kann es schnell zu einer Überforderung oder zu Lernfrust kommen.

Ist also ein Kind beim Lernen demotiviert oder frustriert, kann es durchaus sein, dass es keinen Zugang zum Thema findet. Der Lernschritt ist für ihn zu groß ist, bzw. es ist nicht der richtig nächste Schritt in seinem Lernprozess. 

Sie können ja mal selbst überlegen, welche Bücher/Lehrfilme etc. Sie bereits „weggelegt“ haben, weil Sie keinen Zugang zum Thema fanden. Das hilft die Kinder beim Lernen besser zu verstehen. Wir Erwachsene unterscheiden uns von Kindern im Lernen lediglich darin, dass wir schon auf viel mehr Erfahrungen zurückgreifen können. Das ist alles…

Ihre

Christine Strauß-Ehret

 

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